Erst überlegen, dann stechen lassen

Ein schnell gesagter Satz, aber durchaus ein sinnvoller. Denn wie bei Mode gehen viele Menschen auch bei Tattoos mit dem Trend. Und dass Trends nicht unbedingt lange anhalten müssen, hat sich schon mehrmals gezeigt. Gerade wenn es in Richtung Sommer geht und man die Badeshorts oder den Bikini anziehen will, aber man sich unwohl fühlt, weil einem das eigene Tattoo nach fünf Jahren dann doch nicht mehr gefällt.

Oft steigern sich die Besitzer dann solange in die Unzufriedenheit hinein, dass meist der Weg zur Entfernung der einzige ist. Das ist allerdings langwierig und nicht gerade günstig. Dazu wird es in naher Zukunft weitere Informationen geliefert. Man kann auf jeden Fall sagen, dass diese Prozedur eher weniger sinnvoll ist, nur weil man sich kurzfristig entschlossen hat, ein Tattoo stechen zu lassen. Bevor man sich also entscheidet, ist es vielleicht nicht unpraktisch nicht nur eine Nacht drüber zu schlafen, sondern auch mal einen Monat.

Denn weglaufen wird die Nadel des Tätowierers definitiv nicht. Aber das unwohle Gefühl sich mit dem eigenen Tattoo am Strand sehen lassen zu müssen, wird genauso wenig weglaufen! Und was von beiden ist wohl schlimmer? Denn auf der einen Seite will man sich am Strand rekeln, und die Sonne soll einen rösten. Auf der anderen Seite will man doch die neue Boardshort von Quiksilver oder auch den neuen Adidas-Bikini präsentieren.

Und ob das Tattoo nun morgen oder erst in drei oder vier Monaten einen Platz auf der Haut gefunden hat, ist doch egal. Eine genauere und intensivere Auseinandersetzung mit dem Körperschmuck kann nur empfohlen werden, da es ja für die Ewigkeit sein soll. Allerdings sollte man sich immer überlegen, wie es in den Beruf, den man ausübt oder auch ausüben möchte, passt. Denn beide Unterarme tätowieren zu lassen, dürfte in einem Job wie etwa in einer Bank oder Versicherung nicht ganz gern gesehen werden.

Weiterer Punkt ist die eigene Intention, die man damit ausdrücken möchte. Gut, bei einem Tribal dürfte man nicht viel aussagen können, aber mit Comichelden oder auch Totenköpfen teilt man immer etwas mit, obwohl man es gar nicht möchte. Es ist immer eine Frage wie das gegenüber reagiert. Auch hier könnte ein Totenkopf am Hals eventuell in einem Beruf mit Anzugpflicht eine Auffassung beim Gesprächspartner schüren, die vermutlich nicht ganz der Wahrheit entspricht.

Jedoch kann das auch bei anderen Personen sich als ungünstig erweisen, bestimmte Sachen zu tätowieren, wie es im Beispiel Garcia vs. Juarez zeigt. Hier hat das Gangmitglied Garcia sich seinen begangenen Mord an einem Mitglied einer rivalisierenden Gang mit allen Einzelheiten auf die Brust tätowieren lassen und wurde sieben Jahre nach dem Vorfall aufgrund dieses Tattoos des Mordes überführt. Was soll man dazu noch sagen?